Sozialmedizinische Nachsorge

Wenn ein Kind viel zu früh das Licht der Welt erblickt, schwer erkrankt ist oder durch eine Behinderung in seiner Entwicklung beeinträchtigt wird, trifft das die Eltern oft völlig unvorbereitet. Das Leben einer Familie ändert sich tiefgreifend und die gesamte Familien- und Lebensplanung gerät durcheinander.



Eine erhebliche Stresssituation erleben die Eltern, wenn ihr Kind viele Wochen auf einer Intensivstation behandelt werden muss, denn die Zeit ist geprägt von vielen Fragen, Ängsten, seelischen Belastungen und auch finanziellen und sozialen Sorgen. Überhaupt bedeuten Klinikaufenthalte der Kinder einen Einschnitt in den Familienalltag.

Die langersehnte Entlassung aus der Klinik heißt für zahlreiche Kinder noch nicht, nun völlig gesund zu sein. Der Alltag wird von weiterführenden Therapien, ärztlichen Kontrolluntersuchungen und Behandlungen geprägt und will gut organisiert sein. Sich mit dieser Situation zu arrangieren, ist für die Eltern oft sehr schwierig und kann sie schnell an ihre physischen und psychischen Grenzen bringen.
Für die Familien ist es wichtig, Unterstützung zu erhalten, um den Übergang vom Krankenhaus in den häuslichen Alltag gut zu meistern und sie vor einer Überforderung zu bewahren.

In diesen Fällen kann die interdisziplinäre Sozialmedizinische Nachsorge als Hilfe zur Selbsthilfe unterstützend wirken.

Durch häusliche Besuche betreuen die Mitarbeiter des Nachsorgeteams die Familien. Sie können sich Zeit nehmen zur Klärung von Fragen und Problemen, organisieren und koordinieren erforderliche Leistungen und vernetzen die Leistungsanbieter im Sozial- und Gesundheits-wesen untereinander und mit den Familien und begleiten auch die Familien, wenn diese es wünschen, zu Terminen. Die individuelle, an den Bedarfen und Bedürfnissen der Familien angepasste Hilfe wird angeboten, bis die Familien und deren soziales Umfeld mit den durch die Krankheit veränderten Bedingungen im Alltag selbständig zurechtkommen.



Ziel der Sozialmedizinischen Nachsorge ist es, wiederholte Krankenhausaufenthalte durch

• Sicherstellung der ambulanten Versorgung

• Förderung der Krankheitsbewältigung

• Hilfe zur Selbsthilfe

zu verkürzen und zu vermeiden, in dem die Familien bei alltags- und krankheitsbezogenen Anforderungen bedarfsorientiert unterstützt werden.

Die Sozialmedizinische Nachsorge ist eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen nach § 43 Abs. 2 und § 132c SGB V, die vom Arzt verordnet werden muss und von der Krankenkasse genehmigt wird, wenn die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme erfüllt sind. Für die Familien sind die Leistungen der Sozialmedizinischen Nachsorge kostenfrei.
Bei privat versicherten Patienten ist eine Einzelfallentscheidung erforderlich.

 





Trägerschaft:

Caritas Regionalverband

Magdeburg e.V.

Max-Josef-Metzger- Str. 1a

39104 Magdeburg



in Kooperation mit der

Universitätskinderklinik Magdeburg

Leipziger Str. 44

39120 Magdeburg



Leitung der Nachsorgeeinrichtung:

Claudia Jungbluth-Strauch (B. Sc.)

Gesundheitswissenschaftlerin

psychosoziale Elternberatung und

Case Management

Büro:

Gerhart-Hauptmann-Str. 35

39108 Magdeburg

Tel. 0391/ 67 17472

Fax: 0391/ 67 17515

Mail: claudia.strauch@med.ovgu.de